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Die Abkürzung EV wird im Zusammenhang mit Fahrzeugen für solche mit elektrischem Antrieb - electric vehicle – verwendet. Ein EV Prüfgerät oder EV Messgerät ist demzufolge ein Gerät, mit dem Elektrofahrzeuge oder die zum Laden der Elektrofahrzeuge erforderlichen Ladekabel und Ladeeinrichtungen geprüft werden können. Über lange Zeit waren dabei die nicht streckengebundenen batteriebetriebenen Fahrzeuge nur in solchen Bereichen üblich, in denen keine großen Reichweiten erforderlich waren.
Als Reaktion auf die Folgen der lokalen und globalen Klimaveränderungen werden jetzt aber vielerorts durch Beschränkungen und Anreize Bemühungen unternommen, große Teile des Verkehrs auf Fahrzeuge mit elektrischen oder anderen alternativen Antrieben umzustellen. Das führt nicht nur zu neuen Herausforderungen bei der Entwicklung und Herstellung dieser Fahrzeuge und der Installation der erforderlichen Ladeinfrastruktur, sondern auch bei der Inspektion und Wartung von Fahrzeugen und Ladesäulen. Sowohl die die Elektroinstallationsbetriebe, als auch die Kfz-Werkstätten müssen sich auf die wachsende E-Mobilität einstellen. Dazu gehört auch die Anschaffung passender Werkzeuge und Messgeräte, wenn die erforderlichen Arbeiten und Prüfungen nicht sicher mit den vorhandenen Geräten durchführbar sind.
Ein EV Messgerät für einzelne Prüfungen zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es über die notwendigen Messbereiche verfügt und die Sicherheitsanforderungen erfüllt. Ein speziell für die Elektromobilität entwickeltes EV Prüfgerät kann darüber hinaus bestimmte Vorgänge oder Zustände simulieren, um die Tests zu erleichtern.
Anders als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, deren Elektrik über die Fahrzeugbatterie mit nur 12 oder 24 Volt gespeist wird, besteht bei Elektrofahrzeugen durch die höheren elektrischen Spannungen ein weitaus größeres Gefahrenpotential. 
Außerdem müssen die Mitarbeiter für die jeweiligen Arbeiten besonders geschult sein, über entsprechende Schutzausrüstung, spezielles Werkzeug und ein geeignetes EV Messgerät für jede erforderliche Prüfung verfügen. Zu den besonderen Sicherheitsmaßnahmen bei der Wartung und Reparatur von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb gehören das Feststellen der Spannungsfreiheit, die Isolationswiderstandsmessung und die Potentialausgleichsmessung mit einem EV Prüfgerät.
Isolationsprüfung an E-Fahrzeugen
In der europäischen Regelung für Fahrzeuge mit Elektroantrieb ECE R 100 sind in Anhang 4 zwei Verfahren zur Messung des Isolationswiderstandes beschrieben. Beim ersten Verfahren wird Gleichstrom aus externer Stromquelle verwendet und beim zweiten wird die Fahrzeugbatterie als Gleichstromquelle genutzt. Für die Messung mit externer Betriebsspannung ist ein EV Messgerät zu verwenden, das für eine Gleichspannung größer als die der Hochspannungssammelschiene des Fahrzeugs ausgelegt ist. Dieses EV Prüfgerät misst unter Prüfspannung direkt den Isolationswiderstand zwischen aktiven Teilen und der Karosserie.
Für die zweite Methode mit Spannungsversorgung über das Fahrzeug muss das EV Messgerät Spannungen messen können und einen Innenwiderstand von mindestens 10 Megaohm haben. Zur Ermittlung des Isolationswiderstandes wird zudem ein Vergleichswiderstand benötigt. Mit dem EV Prüfgerät wird zunächst die Spannung zwischen der Plus- und der Minusschiene des Antriebssystems gemessen und dann jeweils die Spannung von der Plus- und der Minusschiene zur Fahrzeugkarosserie. Ist die Spannung von der Plusschiene zur Karosserie größer, wird dort noch einmal mit Vergleichswiderstand gemessen.
Anderenfalls erfolgt die nächste Messung mit Vergleichswiderstand zwischen Minusschiene und Karosserie. Mit Hilfe des Vergleichswiderstandes und der gemessenen Spannungen wird der Innenwiderstand berechnet. Der Isolationswiderstand in Ohm pro Volt ergibt sich, indem der Innenwiderstand durch die Betriebsspannung geteilt wird.
Ladestationen für Elektrofahrzeuge sind größtenteils an dreiphasigen Wechselstrom mit 400 Volt angeschlossen, damit sie hohe Ladeleistungen zur Verfügung stellen können. Um zu verhindern, dass es durch den Anschluss oder die Nutzung der Ladestationen zu Personenschäden, Netzüberlastungen oder zum Ausfall strombetriebener Geräte und Systeme kommt, wurden viele Details in technischen Regelungen festgelegt. In der 2016 beschlossenen Ladesäulenverordnung sind neben technischen Mindestanforderungen an die Sicherheit zusätzliche Anforderungen an öffentlich zugängliche Ladepunkte definiert. Dazu gehört beispielsweise die Sicherung der allgemeinen Zugänglichkeit.
Natürlich sollen auch die Ladesäulen im privaten Bereich und die in Ausnahmefällen zum Laden genutzten Steckdosen sicher sein. Durch die hohen Sicherheitsvorgaben, den ständigen Umgang mit elektrischem Strom und die vergleichsweise niedrigen Unfallzahlen sind einem die Gefahren des elektrischen Stromes nicht immer bewusst. 
Jede Ladestation für Elektrofahrzeuge ist eine elektrische Installation für die eine Erstprüfung nach DIN VDE 0100-0600 und Wiederholungsprüfungen nach DIN VDE 0105-0100/A1 und VDE 0122-1 durchzuführen sind. Die Prüfungen durch qualifizierte Elektrofachkräfte umfassen das Besichtigen sowie das Messen und Testen der Ladestation mit einem geeigneten EV Prüfgerät. Durch diese Prüfungen nach den Vorgaben der Norm unter Einbeziehung zusätzlicher Vorgaben aus der technischen Dokumentation des Herstellers soll vor allem die Sicherheit vor einem Stromschlag bei Berührungskontakt sowie bei Blitz und anderen Überspannungen gewährleistet werden, aber auch die bestimmungsgemäße Funktion der Anlage. Eventuell vorhandene Mängel sollen früh entdeckt und möglichst schon vor Auftreten von Schäden beseitigt werden. Die Durchführung der einzelnen Prüfungen und ihre Ergebnisse sind in einem Prüfprotokoll zu erfassen. Die diese Dokumentation der Prüfungen wird durch ein EV Prüfgerät mit umfassender Protokollfunktion erheblich erleichtert.
Zu den Kontrollen an der Ladestation gehört zunächst die visuelle Prüfung auf erkennbare Mängel. Dann folgt die Prüfung der Durchgängigkeit und der Niederohmigkeit des Schutzleiters sowie die Kontrolle des Isolationswiderstandes mit einem geeigneten EV Messgerät. Anschließend wird mit demselben oder einem anderen EV Prüfgerät bei der jeweils eingestellten Ladespannung gemessen, unter anderem die Schleifenimpedanz und die Auslösezeit und der Auslösestrom für die Fehlerstromschutzeinrichtungen. Wenn eine Zähleinrichtung vorhanden ist, wird auch die Drehfeldrichtung kontrolliert und getestet, ob der Zähler korrekt anläuft. Außerdem wird das übermittelte CP-Signal geprüft, um festzustellen, ob die Kommunikation zwischen Ladesäule und angeschlossenen E-Fahrzeug richtig funktioniert.
Adapter zur Simulation von Ladevorgängen und Fehlern für die Messungen
Die Ladestationen sollen für alle Ladezustände wiederholgenau geprüft werden, ohne dass dabei ein Fahrzeug angeschlossen ist. Ohne angeschlossenes ladebereites Fahrzeug darf die Ladesäule aber keine Spannung abgeben. Damit dennoch geprüft werden kann, werden die Signale der verschiedenen Fahrzeugladezustände und Ladekabeltypen durch das dafür ausgelegte EV Messgerät oder durch spezielle Adapter simuliert. Bei Verwendung eines solchen EV Adapters können auch herkömmliche Installationstester mit passender Funktionalität zur Messung der Spannungs- und Signalleitungen eingesetzt werden.

